Die Screening-Reihe „Framing Collective Action“ richtet den Blick auf künstlerische und dokumentarische Filme, die in kollektiven Strukturen entstanden sind. Dabei untersucht die Reihe durch die Verknüpfung von historischen und aktuellen Beispielen die Potenziale des kollektiven Filmschaffens und einer vierstimmigen Ästhetik. Diese Filmprogramme nehmen jeweils einen räumlichen Kontext in den Fokus (Haus, Straße, Land) und fragen danach, was kollektives Filmemachen politisch und sozial leisten kann – vor und hinter der Kamera, innerhalb wie außerhalb des Filmkaders.
Die Straße wird immer wieder zur Bühne gesellschaftlicher Kämpfe. Als ein infrastruktureller Raum wird sie zwar täglich benutzt, doch nur durch das gemeinsame und körperliche Besetzen wird die Straße zu einem öffentlichen Austragungsort, an dem gesellschaftspolitische Anliegen verhandelt werden können. Das zeigen die drei ausgewählten Kurzfilme, die sowohl zeitliche als auch räumliche Kontexte überspannen (von 1983 bis 2021 bzw. von Georgetown bis Kinshasa und Wien). Performativ und dokumentarisch, inszeniert und aktivistisch nähern sich die Filme dem Straßenraum und den Spuren, die diesem eingeschrieben sind, an. Dabei zeichnen sie Handlungen auf, die das Erbe des Kolonialismus und Antisemitismus freilegen und Möglichkeiten zur Veränderung öffnen.