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Ash Reid, Vortrag „To Never Work Alone: Collective Video & Political Unrest", Medienwerkstatt Wien, 2019
To Never Work Alone: Collective Video & Political Unrest

■ DATUM:

FR, 25.10.2019 | 19:00

■ ORT:

Medienwerkstatt Wien, Neubaugasse 40A, 1070 Wien

■ KONZEPT UND REALISATION:

Nathalie Koger, Marlies Pöschl

■ ORGANISATOR*INNEN:

Nathalie Koger

■ VORTRAGENDE:

Ash Reid
Das Programm umfasst einen Vortrag zu Cinenova, der die Sammlung feministischer Filmkollektive im Kontext Großbritanniens der 1980er und 1990er Jahre verortet, ergänzt durch zwei Filmbeispiele. Im Fokus stehen Fragen nach politischer Repräsentation, kollektiver Praxis und der Aktualität historischer Kämpfe.

Cinenova ist ein ehrenamtlich organisierter feministischer Filmverleih mit Sitz in London, der derzeit über 500 Film- und Videotitel aus den 1920er- bis 1990er-Jahren vertreibt. Ausgehend von den Werken der in der Sammlung vertretenen Filmemacherinnen-Kollektive verfolgt der Vortrag das Ziel, Cinenova in den sozioökonomischen Kontext Großbritanniens der 1980er- und 1990er-Jahre einzuordnen. Zugleich wird die Frage aufgeworfen, was es bedeutet, diese Filme in einer gegenwärtigen Phase politischer Unruhe erneut zu zeigen, die in vielerlei Hinsicht Parallelen zu jener historischen Situation aufweist.

Diese Auseinandersetzung wird durch zwei Filme aus der Sammlung ergänzt: Lai Ngan Walshs Who Takes the Rap? (1986) erzählt anhand von Erfahrungen von Migrant*innen, die in der Hoffnung auf Arbeit nach Großbritannien kamen, jedoch mit restriktiven Einwanderungsgesetzen konfrontiert wurden, die sie in prekäre Beschäftigungsverhältnisse drängten. Der Film begleitet Initiativen, die sich gegen diese Formen strukturellen Rassismus organisieren, und ist Teil einer Trilogie des Women & the Law Collective, das die institutionellen Strukturen des britischen Rechtssystems sowie die darin verankerten Machtverhältnisse entlang von Klasse, Geschlecht und „Race“ untersucht.

Der zweite Film, You’ll Never Work Alone (1984), produziert vom Women’s Independent Cinema House (WITCH), widmet sich der Geschichte der Kooperativenbewegung in Großbritannien mit einem Fokus auf Liverpool. WITCH, ein 1980 gegründetes Kollektiv, setzte sich für die Produktion und Distribution von Filmen und Videos von Frauen ein. Mitte der 1980er-Jahre entstand zudem die Initiative Black WITCH, die sich insbesondere der Bildungsarbeit widmete und gegen die strukturelle Unterrepräsentation Schwarzer Frauen in den Medien arbeitete.

Anschließend Q&A mit Ash Reid

Ash Reid ist eine CHASE MPhil/PhD-Kandidatin bei Goldsmiths, University of London. Sie arbeitet primär in den Bereichen Performance und Sound. Durch Reenactment und Rewriting, oft im Gespräch mit anderen, untersucht ihre Arbeit weniger bekannte Geschichten von Protest und Organisation im örtlichen Bezug. Jüngste Arbeiten wurden im Café OTO, in der South London Gallery und im Kunsthaal Gent präsentiert.