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Sehen kann durch den Blick der Anderen zu einer Begegnung werden. Diese Wahrnehmung beruht auf einem Wechselspiel zwischen Blicken und Angeschautwerden. In ihrer sich noch in Entwicklung befindlichen filmischen Arbeit „Sie berührt die Zeit in einem Moment“ lud Christiana Perschon sechs Künstlerinnen, überwiegend einer anderen Generation – Renate Bertlmann, Linda Christanell, Lore Heuermann, Karin Mack, Margot Pilz und Iris Dostal – in ihr Atelier zu einem Dialog ein: ein Dazwischen-Sehen, bei dem Gedanken über Selbstbestimmtheit und Selbstverständnis im künstlerischen Werdegang geteilt werden und die Arbeiten der Künstlerinnen durch die Kamera in Bewegung versetzt werden. Es entstehen feministische, performative Zeitdokumente, die durch diese filmische Auseinandersetzung vergegenwärtigt werden.
Lange dominierte der Mythos der distanzierten Künstlerin bzw. des souveränen Subjekts, das Werke einseitig aneignet, um in kritischer Absicht gesellschaftliche Verhältnisse zu benennen und bestehende Bedingungen zu verändern. Theoretikerinnen und Kuratorinnen wie Douglas Crimp, Isabelle Graw und zuletzt auch Verena Gamper haben diesem Modell des einseitigen Einflusses ein Dialogmodell des Affiziertseins entgegengesetzt: Dabei wird nicht nur dem Gegenüber (dem „Ausgang“) eine Aktivität, ein Einfluss zugestanden, sondern auch die Person, die sich etwas aneignet, zeigt letztlich eine Verbundenheit zum Gegenüber.
In der Ausstellung „Remastered – Die Kunst der Aneignung“ hat Verena Gamper verschiedene Formen des Verhältnisses zu künstlerischen Arbeiten – wie Einverleiben, Aktualisieren/Weitertragen, Durchdringen/Studieren, möglicherweise Pflegen, Liebkosen, Wachrufen – zu ihren „Ausgangswerken“ benannt, kuratorisch gruppiert und zusammengeführt.
Im Raum dazwischen entfalten sich unterschiedliche Dialoge, etwa über Aufmerksamkeitsökonomie, Autorschaft, gesellschaftliche Zeit und die Bedingungen des Kunstmachens, ebenso wie Fragen zu den Grenzen künstlerischen Handelns und zur Einzigartigkeit und Geschlossenheit von Kunstwerken.




Linda Christanell (geb. 1939, Künstlerin und Filmemacherin, Wien) gilt seit Ende der 1960er Jahre als eine Schlüsselfigur der österreichischen feministischen Avantgarde. Das 21er Haus zeigte 2017 als erstes Wiener Museum ihren künstlerischen Kosmos in einer Einzelausstellung.
Iris Dostal (geb. 1979, Künstlerin, Wien und Niederösterreich) entwickelt von der Malerei ausgehend Möglichkeitsräume. Ihr besonderes Interesse liegt u.a. auf den verwendeten Materialien und einer kontemplativen Herangehensweise im prozessorientierten Arbeiten ohne vorgefertigter Idee. Ausstellungsbeteiligungen: Personal Structures - Palazzo Mora / Biennale di Venezia / 2015, „Franz Graf - Siehe was Dich sieht” / 21er Haus Wien / 2014.
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