■ KONZEPT UND REALISATION:



Die Golden Pixel Cooperative wurde vom Österreichisches Filmmuseum anlässlich einer Jubiläumsveranstaltung sowie der begleitenden Publikation zum Lebenswerk von VALIE EXPORT eingeladen, einen kollektiven künstlerischen Beitrag für den Band zu entwickeln. Die Publikation widmet sich EXPORTs filmischem Werk und begreift dieses als ein Feld ästhetischer und politischer Handlungsmöglichkeiten – als ein visionäres Dispositiv zur Neuverhandlung von Wahrnehmung und zur kritischen Transformation einer von patriarchalen Strukturen geprägten Gesellschaft. Der Band vereint Beiträge von Wegbegleiter*innen und künstlerischen Seelenverwandten, die der Einladung gefolgt sind, einzelne Arbeiten EXPORTs zu reflektieren, sie in gegenwärtige Diskurse zu überführen und ihr fortwirkendes politisches Potenzial zu untersuchen.
Im Zuge der Entwicklung ihres Beitrags setzten sich Nathalie Koger und Christiana Perschon insbesondere mit der Frage nach „weiblichen“ Blickregimen in EXPORTs Arbeiten auseinander. Im Zentrum ihrer Auseinandersetzung standen dabei die Strategien, mit denen EXPORT die Mechanismen des sogenannten „male gaze“ – also jene historisch gewachsenen visuellen Ordnungen, die Wahrnehmung entlang männlich dominierter Perspektiven strukturieren – analysiert, unterläuft und dekonstruiert.
Ausgehend von EXPORTs wiederkehrendem Motiv der Perforierung beziehungsweise der kreisförmigen Öffnung in lensbasierten Bildern entwickelten Mitglieder der Golden Pixel Cooperative im Rahmen einer Workshopstruktur einen performativen Buchbeitrag. Dieser manifestiert sich in Form einer herausnehmbaren Schablone, die zugleich als Maske fungiert und das Auge als zentrales Instrument des Blicks in der Begegnung mit einem Gegenüber hervorhebt. Der aufgedruckte Schriftzug „Darf ich Sie anschauen?“ transformiert das Objekt darüber hinaus in eine performative Geste: Das Sehen wird nicht als neutraler Akt vorausgesetzt, sondern als sozial und politisch situierte Handlung sichtbar gemacht, die Fragen von Zustimmung, Macht und Gegenseitigkeit impliziert.
Wir verwenden die Schriftart „Suisse Int’l“, die uns freundlicherweise von Swiss Typefaces zur Verfügung gestellt wurde.