Von Federn, Walen und Staub

Whale_stills_3 Kristina Cyan
Kristina Cyan, Videostill aus "When I Become a Whale", 2024
Präsentation der Projekte des GPC Lab 2023-24

■ DATUM:

Mi, 30.10.2024
19:00-22:00

■ ORT:

Medienwerkstatt Wien
Neubaugasse 40A
1070 Wien

■ KÜNSTLERINNEN:

Veronika Hösch, Kristina Cyan, Katja Verheul

■ ORGANISATOR*INNEN:

Iris Blauensteiner und Marlies Pöschl

■ ANSCHLIEßENDES Q+A MIT DEN FILMEMACHERINNEN:

Klaus Speidel
Das GPC Lab begleitet Film-, Video- und Bewegtbildarbeiten durch individuelle dramaturgische Beratung. Die drei Teilnehmerinnen des Lab 23-24, Veronika Hösch, Kristina Cyan und Katja Verheul, präsentieren ihre Projekte und Recherchen. In einem Roundtable-Gespräch, moderiert von Klaus Speidel, geben sie Einblick in ihren Arbeitsprozess.

Wir freuen uns, die Projekte des GPC Lab 2023-24 der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das Lab begleitet Film-, Video- und Bewegtbildarbeiten in unterschiedlichen Projektphasen durch individuelle dramaturgische Beratung. Die Künstler*innen haben für diesen Abend spezifische, teils performative Formate erarbeitet, um Einblicke in ihre Bewegtbildarbeiten zu geben. Anschließend werden die Lab-Teilnehmer*innen im Gespräch mit dem Theoretiker Klaus Speidel die im Programm entwickelten dramaturgischen Entwürfe reflektieren und kontextualisieren.

Anhand theoretischer, ästhetischer sowie praktischer und prozessorientierter Fragen werden die drei Künstler*innen die spezifischen dramaturgischen Rahmen, die sie in Bezug auf ihre Themen entwickelt haben, beleuchten und über die Zusammenarbeit mit ihren dramaturgischen Berater*innen erzählen.

 

Veronika Hösch: NiNi! Crossing feathers

Performative Lesung und Artist Talk, 20 min.

Wie fühlt es sich an, wenn Ihren Gefühlen Federn wachsen? Kennen Sie die sinnliche Dimension Ihres Neins? In einer performativen Lesung gibt Veronika Hösch Einblick in ihr Kurzfilm-Exposé „NiNi! Crossing feathers” und die Entstehung der „filmischen Federnsprache”. Queere Liebe wird in „NiNi! Crossing feathers” nicht in Isolation gelernt, sondern gemeinschaftlich in einer magischen Parallelwelt in der Lobau, einem Erholungsgebiet und einer Cruising Area in Wien. Ein Ort des produktiven Chaos und der Fürsorge, wo Mensch und Objekt Federn wachsen. Es sind Federn, die Grenzen setzen, Zustimmung geben bzw. erhalten und Gefühle als gültig anerkennen.

Dramaturg*innen: Christine Lang und Caroline Bobek

 

Kristina Cyan: Wenn ich ein Wal werde

Künstler*innengespräch und Präsentation der Recherche, 20 min.

Der Science-Fiction-Film “Wenn ich ein Wal werde” untersucht kritisch das sich wandelnde Verhältnis der Menschheit zur Umwelt angesichts kapitalistischer Ausbeutung und technologischer Fortschritte. Er hinterfragt, wie Land, Identität und Zugehörigkeit durch Umweltkrisen destabilisiert werden und entwirft eine spekulative Zukunft, in der nomadische Lebensweisen zur Norm werden. Im Zentrum der Handlung steht die Rolle von KI in Entscheidungsprozessen, der Übergang vom Leben an Land zum Leben unter Wasser und der Aufruf zu einem Paradigmenwechsel hin zu nachhaltigem Zusammenleben.

Dramaturgin: Christine Lang

Katja Verheul: Red Dust

Künstler*innengespräch und Präsentation der Recherche, 20 min

Katja Verheul präsentiert die Recherchen für ihren neuen Film „Red Dust“ im Kontext ihrer künstlerischen Projekte, die sich mit den Themen nukleare Kriegsführung, Energiegewinnung und Atommüll beschäftigen.

Mehrmals im Jahr färbt sich der Himmel über Frankreich rot. Eine Veränderung im Luftdruck bringt Sandstaub aus der Sahara von Nordafrika nach Südeuropa. Dieser Staub bedeckt alles. Er ist wie eine Zeitkapsel, die Cäsium-137 von den französischen Nuklearversuchen in Algerien beinhaltet. Der Film zeigt die Auswirkungen eines Krieges, der nie gekämpft wurde. Ein französischer Veteran und Archäologie-Studierende spekulieren darüber, was in Erinnerung bleibt und was für immer unter dem Sand verborgen sein wird.

Dramaturgin: Helin Celik

Veronika Hösch

lebt als Künstler*in in queer-feministischen Freund*innenschaften in Wien. Höschs Arbeiten wurden international gezeigt, u.a.: Nakanojō Biennale, Nhà San Collective, Jakarta International Documentary and Experimental Film Festival und FrauenFilmTage Wien.

Kristina Cyan

ist Medienkünstlerin und arbeitet in Wien. Sie erforscht in ihren Arbeiten die Schnittstellen von Medien- und Biotechnologie, Feminismus und Umweltforschung. Ihre Werke wurden u.a. auf der B3 Biennale des bewegten Bildes, dem European Media Art Festival, dem Rec.Forward Festival und im Filmmuseum Wien gezeigt.

Katja Verheul

ist Filmemacherin und lebt in Rotterdam (NL). Ihre Filme wurden unter anderem auf dem IFFR, Visions du Réel, Kasseler Dokfest, Dokufest, Sharjah Art Foundation, Art Rotterdam, MAXXI Museum und im niederländischen Fernsehen gezeigt.

Klaus Speidel

ist Bild- und Kunsttheoretiker, Kunstkritiker und Kurator. Er promovierte an der Sorbonne in Philosophie und veröffentlicht in wissenschaftlichen Zeitschriften, Kunstmagazinen sowie in Katalogen. Er lehrt an der Universität für angewandte Kunst Wien.