■ DATUM:
■ ORT:
■ KÜNSTLERINNEN:
■ KURATIERT VON:
■ ANSCHLIEßENDES Q+A MIT DEN FILMEMACHERINNEN:
„Profession: Documentarist“ bildete den Ausgangspunkt für die 2017 veranstaltete Film- und Vortragsreihe „Jene Tage / آن روزها“ (Those Days). Vor dem Hintergrund der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Krisen im Iran seit 2009 verfassten sieben Regisseurinnen 2014 gemeinsam diesen kaleidoskopartigen filmischen Erfahrungsbericht, wobei stets das Verhältnis zwischen dem Privaten und dem Politischen in ihrer Arbeit im Mittelpunkt steht.
Unter vielen Menschen in Teheran macht sich ein geteiltes Gefühl breit: als lebten sie täglich in einem „stillen“ Krieg gegen die Repressionen des Staates (Shirin). Politische Paranoia schleicht sich langsam in die Gedankenwelt der Filmemacherinnen und bringt sie dazu, ihre eigenen Überlegungen anzuzweifeln (Firouzeh). Weibliche Sängerinnen sind aus dem öffentlichen Raum verschwunden und hinterlassen eine Leerstelle, die nur in der Imagination gefüllt werden kann (Farahnaz). Dass etwas verloren wurde, wird immer stärker spürbar, denn die Distanz zwischen jenen, die emigriert sind, und jenen, die geblieben sind, wird immer schwerer zu überbrücken (Mina). Da ist eine tiefe Trauer – über den Verlust geliebter Menschen, aber auch den Verlust von Ländern und Zukünften, die hätten sein können (Sepideh). Die Wände der Gefängnisse scheinen sich auszudehnen und bis ins Zuhause und in den Alltag hineinzureichen (Sahar). Und doch bleibt inmitten dieses Gefühls von Verlust und Fragmentierung auch Hoffnung möglich – solange da der Wille ist, an ihr festzuhalten (Nahid).












Shirin Barghnavard ist eine international renommierte Filmemacherin, Editorin und Produzentin. In ihren Dokumentarfilmen, darunter „Density of Emptiness“ (2023), verbindet sie persönliche Geschichten mit gesellschaftspolitischen Fragen und richtet ihren Blick auf soziale Gerechtigkeit und die Auswirkungen von Politik und Krieg auf die Gesellschaft.
Firouzeh Khosrovani ist eine vielfach ausgezeichnete iranische Filmemacherin, die zwischen dem Iran und Italien lebt und arbeitet. In ihren Arbeiten – insbesondere ihrem im Rahmen der IDFA ausgezeichneten Meisterwerk „Radiograph of a Family“ (2020) – setzt sie sich mit dem Verhältnis zwischen persönlicher und gesellschaftlicher Erinnerung auseinander.
Farahnaz Sharifi ist eine renommierte Regisseurin und Editorin, die persönliche Tagebücher und in Vergessenheit geratenes Archivmaterial nutzt, um alternative Geschichten iranischer Frauen zu erzählen, wie beispielsweise in ihrem preisgekrönten Essayfilm „My Stolen Planet“ (2024).
Mina Keshavarz ist eine vielseitige Dokumentarfilmregisseurin und Gründerin der Produktionsfirma MinDoc Film Production. Mit ihrer Kamera macht sie die systemische Gewalt sichtbar, der Frauen ausgesetzt sind. Mit „The Art of Living in Danger“ (2020) wurde sie international bekannt.
Sepideh Abtahi ist eine unabhängige Dokumentarfilmerin und Kuratorin, die zutiefst persönliche Familiengeschichten mit umfassenderen gesellschaftspolitischen Veränderungen verbindet, um generationenübergreifende Traumata im modernen Iran zu untersuchen.
Sahar Salahshoor ist eine profilierte Filmemacherin, deren Arbeit sich mit Erinnerung, Gender und politischem Widerstand auseinandersetzt. Ihr Fokus liegt dabei auf den Lebensrealitäten iranischer Frauen. Derzeit entwickelt sie ein Langfilmprojekt und arbeitet als Forscherin/Kuratorin im Bereich audiovisueller Archive.
Nahid Rezaei ist eine wichtige Stimme des unabhängigen iranischen Kinos. Seit Jahrzehnten dokumentiert sie Bildung, öffentliche Räume und weibliche Solidarität, um die kontinuierliche historische Erinnerung unter restriktiven politischen Bedingungen zu bewahren.