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Seitdem Peter Moosgaard auf den Cargo-Kult gestoßen ist, ist er davon gebannt und hat ihn für sich in der künstlerischen Praxis und im Kontext der Kunstrezeption produktiv gemacht.
Der Cargo-Kult stammt als religiöse Bewegung aus Melanesien und Neuguinea und ist eine Reaktion auf die Konfrontierung mit dem Christentum und der europäischen Zivilisation. Er lebt von der Erwartung der durch symbolische Ersatzhandlung herbeigeführten Wiederkehr der Ahnen, die westliche Waren mit sich bringen sollen. Die Melanesier bauten als Teil ihres Kults unter anderem Flugzeuge oder Kopfhörer nach. Es entstand eine Art „Sympathische Magie“, in der davon ausgegangen wurde, dass zwischen äußerlich ähnlichen Dingen eine Verbindung, eine Kommunikation, hergestellt werden kann. Die Objekte waren Vermittler, Medium und Lockrufer der Wünsche und Sehnsüchte zugleich.Laut Peter Moosgaard lösen sich in dem ursprünglichen Kult Dichotomien wie z.B. Realität und Fiktion, Wahrhaftigkeit und Unwahrheit, Original und Kopie auf, für den Künstler einer der ursprünglichen Momente, grundlegende Philosophien des Kults auf seine eigene Arbeit zu übertragen.
In einem nach Authentizität und Wahrheit ringenden Kunstdiskurs kann deshalb der Cargo-Kult und nicht zuletzt seine Aneignung Irritationen und Widerstreit hervorrufen. Gerade darin liegt sein Potential, die Hinterführung und Verschiebung von Begehren und das Fallenlassen der Maske des Materiellen, die sich in einem rituellen Spiel auflöst.
Peter Moosgaard wird in einer Auswahl seiner künstlerischen Arbeiten über seinen Zugang zu Aneignung sprechen, wie u.a. in der Serie Bauhaus Ayoke, die 2016 auf den Philippinen entstanden ist. Themenschwerpunkte werden unter anderem Ritual, Spiel, das Wünschen und Begehren sein.
Peter Moosgaard studierte zunächst Philosophie und Sprachwissenschaft in Wien, ab 2006 Mediengestaltung an der Universität für Angewandte Kunst bei Peter Weibel. Mitbegründer des Verlags TRAUMAWIEN für digitale Literatur und Storytelling, bei dem 2010 sein Buch „Turbogott“ erscheint. Zwischen 2007 – 2012 Projekte mit der sozial-aktivistischen KünstlerInnengruppe WochenKlausur. Peter Moosgaard zeigte Arbeiten in weltweit über 80 Austellungen, etwa Ars Electronica, Jeu de Paume Paris, Sight & Sound Montreal, Forum Stadtpark Graz, Media-Art Club Marseille. 2012 Diplom in Digitaler Kunst an der Angewandten, 2018 Staatsstipendium für bildende Kunst.
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